Radwandern in Stormarn Tour 18 – Zu Windmühlen und Wilden Weiden

Im letzten Artikel hatte ich es angekündigt. Nun war es soweit. Ich habe die Tour 18 der Serie Radwandern in Stormarn in Angriff genommen. Und ich muss meckern.

Der Titel verspricht viel, hält es aber nicht. Die “Sonderziele” oder auch “Sehenswürdigkeiten” der Tour, die im Namen angedeutet werden, sind nur durch Umwege erreichbar. Oder auch: Ich hätte die Strecke anders gelegt.

Gestartet bin ich in Hamburg-Rahlstedt. Ich habe mich entschieden, die Strecke in nördliche Richtung zu fahren. Damit wäre der Titel für mich “Zu Wilden Weiden und Windmühlen”.

Können filigrane Rennräder hier, also im Wohngebiet von Rahlstedt und Grosslohe, noch auf der Strasse fahren, scheiden sie auf dem Weg nach Stapelfeld dann aus. Zum Glück hatte ich ein Mountainbike. Ein unebener Feldweg mit teils tiefen, teils notdürftig geflickten Löchern führt in den Ort Stapelfeld. Das erste sehenswerte, an das ich mich erinnere, ist die Müllverbrennungsanlage. Jedenfalls ist es das erste markante Gebäude. Von hier geht es dann am Naturschutzgebiet Höltigbaum vorbei. Es gibt so schöne Wege durch das Naturschutzgebiet, die wunderbar die im Titel versprochenen Wilden Weiden zeigen. Dazu das Haus der Wilden Weiden. Aber nein, von der Stelle, an welcher der Radweg auf das Naturschutzgebiet trifft, sind es 3,1 km einfache Strecke bis zum Haus der Wilden Weiden. Von der nähesten Stelle des Radwegs, nämlich von Rahlstedt aus, immer noch 2,6 km. Ich hätte hier die Routenführung eher so gelegt, um auch etwas vom Versprochenen zu sehen. Der Mehrweg wäre nicht mal 2 km.

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Stattdessen geht es von Großlohe (unten auf der Karte) über den grauen Feldweg nach Stapelfeld, dann die K108 weiter nach Norden bis zum Ahrensburger Weg. Ist das sinnig? Oder verstehe ich es nicht?

Der weitere Weg führt, hauptsächlich auf einer Schotterstrasse und dann auf Radwegen, nach Ahrensburg. Am nördlichsten Punkt dachte ich, ich hätte mich verfahren. Hier waren nur die Rundwege 15 und 16 ausgeschildert. Ich zückte das Handy und lud mir mühsam mit EDGE das PDF der Karte herunter. Dabei stellte ich fest, dass es nicht skalierbar war und die Karte beim zoomen unscharf. Erst ein mühsamer Vergleich zwischen Karte, Google Maps und dem Blick durch die Umgebung brachte mich weiter. Die Nr. 18 war wohl einfach nicht auf den Schildern vorgesehen. Es gab nur Platz für zwei Tournummern, allerdings trafen hier 15, 16 und 18 aufeinander.

Auch in Ahrensfelde hatte ich Probleme. Als ich plötzlich an einem Kreisel stand, an dem keine der Ausfahrten markiert war, spielte ich das gleiche Spiel mit PDF-Karten und Google Maps noch ein mal. Was auf der PDF-Karte nach einem geraden Weg und einer Vorfahrtsstraße aussah, die ich auch gefahren war, stellte sich dann als abbiegende Strasse, die bald in einen Feldweg mündete, heraus. Dazu kam noch, dass der Abbiegehinweis, also das Schild der Rundtour, einfach fehlte. Zum Glück war der Kreisel nur ein paar hundert Meter und nicht einige Kilometer entfernt gewesen, sonst hätte ich es nicht so schnell gemerkt.

Über Meilsdorf ging es nach Papendorf. Hier ging der Weg auf einer alten Bahntrasse, die als Radweg ausgebaut worden war weiter. Dumm nur, wenn das Hinweisschild sagt, ich müsse rechts rum, aber zwei Wege nach rechts führen. Der Hinweis, dass es der schmalere asphaltierte Weg sein sollte, war dann auch ein Stück den Weg hinein, rechts im Gebüsch zu finden. Nicht wirklich ideal würde ich sagen, wenn man aus der Fahrtrichtung nichts sieht.

Zwischen dem Stück von Meilsdorf über Papendorf bis Stellau sind auch die im Titel erwähnten Windmühlen. Beide sind natürlich nicht am Weg. Die Mühle bei Fleischgaffel ist nur ein kleiner Umweg. Sie ist etwas versteckt an einem Feldweg, komplett umzäunt, fast nicht durch die Bäume zu sehen und Privatgelände. Der Umweg lohnt sich fast nicht. Die Braaker Mühle, die zweite an der Tour, lohnt eher einen Umweg. Der ist dann aber auch gleich mal drei Kilometer hin und zurück. Auch hier hätte man mit etwas gutem Willen die Routenführung anders machen können:

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Statt 6,1 km wären das dann 6,5 km gewesen. Man wollte wohl die Bahntrasse mit hinein nehmen. Sonst hätte sich ein Ausbau als Radwanderweg wohl nicht getragen. Aber ich begebe mich da gerade auf gefährliches politisches Halbwissen mit Spekulation. Immerhin hätte die Alternativroute direkt an beiden Mühlen vorbei geführt.

Ab Stellau war ich dann wieder auf bekanntem Terrain. Am Ende hatte ich 38 Kilometer auf der Uhr. Mit etwas weniger als 4 Kilometer an und Abreise hatte ich etwas mehr als 2 Kilometer Umweg auf der Strecke. Die Route hatte laut Plan 32 Kilometer. Richtig gefallen hat sie mir nicht. Viel zu sehen gab es nicht. Hätte ich die Sehenswürdigkeiten mitgenommen, wäre ich wohl locker auf 50 Kilometer gekommen. Das kann man als Tagesausflug sicher machen, dann sollte das aber im Plan auch so angegeben werden.

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