Gestrandet

Kurzentschlossen wollten wir letztes Wochenende bei unseren Müttern verbringen. Es wären knapp tausend Kilometer gewesen. Wären…

Das erste Stück ging ganz gut. Wir fuhren die A7 nach Süden, machten einen Pause in Northeim und kurz nach der Weiterfahrt zeigte der Passat.

Werkstatt! Motorstörung!

Dabei blinkte das Symbol der Zündspirale in gelb und die Leistung des Motors ging in einen Notmodus. Sprich sie wurde reduziert. Nun gut, das ist unschön. Wir waren sowieso an der Ausfahrt zu einem Parkplatz und rollten raus. Motor aus, Motor an und alles ging wieder.

Wir zuckten die Schultern und fuhren weiter. Problemlos lief der Passat bis zum ersten Ziel. Nach einem leckeren Abendessen beim Dorf-Thai, der unerwartet authentisch kochte, sollte es am nächsten Morgen weiter zu Mutter Nummer zwei gehen.

Bei Bad Hersfeld fuhren wir auf die Autobahn und an der erste großen Steigung wieder

Werkstatt! Motorstörung!

Leistungsverlust, Standstreifen, Motor aus, Motor an, lief.

Keine zwei Kilometer weiter an der nächsten Steigung

Werkstatt! Motorstörung!

Leistungsverlust, Standstreifen, Motor aus, Motor an, lief.

In Kirchheim, so weit kamen wir dann, fuhren wir auf den Parkplatz, googleten Fehler und berieten uns. Es war 11 Uhr, VW in Bad Hersfeld machte um 12 zu. Nach Fulda waren es 25 Kilometer, also weiter, dafür hatte VW dort bis 14 Uhr auf. Also versuchten wir es in Richtung Fulda. Wir kamen die Steigung vom Kirchheimer Dreieck zum Hattenbacher Dreieck hinauf und sogar noch ein Stück die A7 weiter.

Werkstatt! Motorstörung!

Leistungsverlust, Standstreifen, Motor aus, Motor an, lief, Motorwarnleuchte leuchtet gelb.

Wieder haben wir Google bemüht und fanden heraus, man könne vorsichtig weiter fahren. Das taten wir und kamen Störungsfrei bis zum VW Zentrum Fulda. Da war es etwa 11:30.

Ab hier beginnt das Lob: Wir wurden sehr nett und vor allem freundlich empfangen. Das Auto wurde überprüft und man bescheinigte uns einen Turbolader-Schaden. Weiterfahrt: eher nicht.

Ich rief bei meiner Versicherung an, der HUK24, bei der ich in der Versicherung noch einen Schutzbrief habe. Auch hier nett, freundlich, schnell, kompetent und effizient. Man gab mir die Wahl: Mietwagen für 24 Stunden plus Rücktransport des Passat nach Hamburg, Mietwagen für 7 Tage oder eine Übernachtung plus Bahnticket nach Hamburg.

Wir entschieden uns für Mietwagen und Rücktransport. Wir erhielten de Papierkram per Fax ans Autohaus. Auch hier war man bei VW in Fulda sehr hilfsbereit, obwohl wir ihnen schon sagen mussten, dass es mit der Reparatur bei ihnen nichts wird. Europcar rief an, wieder sehr freundlich und hilfsbreit, um mitzuteilen, die Versicherung hätte einen Wagen mit Kostenübernahme reserviert und man würde uns einen Fahrer schicken, der uns nach Bad Hersfeld!?!?! bringen würde, um den Wagen zu übernehmen.

Als der Fahrer um 14:00, VW in Fulda schloss, noch nicht da war, wartete sogar der Werkstattmeister noch eine halbe Stunde mit uns, dass wir nicht im Kalten stehen mussten.

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Wir wurden nach Bad Hersfeld gefahren und konnte kurz nach 15:00 einen Toyota Auris, wir hatten noch einen Opel Meriva und einen Skoda zur Auswahl, übernehmen. Wir fuhren los und fanden uns im Schneegestöber auf der A7 nach Norden wieder. Bei dem komischen Licht im Schnee entdeckten wir eines Riss in der Frontscheibe, den wir bei der Übernahme nicht gesehen hatten.

Also wieder angehalten, Europcar-Service angerufen und als Antwort “Wenn Sie weiterfahren können, machen Sie das, wir tragen das ein, damit es keine Probleme gibt” erhalten.

Und so schlidderten wir mit weniger als 20 km/h durch den plötzlichen Schnee und Straßenglätte durch die Kasseler Berge. Um uns herum stellten sich LKWs quer, aber wir kamen noch durch. Die Fahrt dauerte dann bis 20:30 und wir waren endlich wieder zu Hause.

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Ein dickes Dankeschön an die vielen netten Menschen, die uns geholfen haben. Danke an das VW Zentrum Fulda, an Assistance, die den Schutzbrief für die HUK24 stellen und an Europcar, vor allem an die Station in Bad Hersfeld.

Unser Wochenende war zwar nicht so, wie geplant, aber es hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Jetzt warten wir darauf, dass der Passat wieder in Hamburg ankommt, um ihn reparieren zu lassen. Hoffentlich findet sich auch da eine günstige Lösung.