Das Rad – Rückmeldung

Fast ein halbes Jahr habe ich nichts geschrieben, obwohl ich es angekündigt hatte. Ich bin eben ein Schönwetter-Radler und das passte nicht. Zudem kam ein Unfall dazu, nicht mit dem Rad, der mich ein paar Wochen abhielt. Wie auch immer, ich bin schon einige Kilometer mit dem Rad gefahren.

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Die Jungs, die mich auf ihren Rennrädern regelmässig überholen, werden über die Distanz lachen. Ich sehe es aber eher so, dass ich mich langsam der Marke 1 Euro pro Kilometer nähere. Damit kann ich mir den Kaufpreis schön klein reden.

Wie auch immer, das Rad fährt sich immer noch wie neu. Es hat sich noch nicht gerächt, auf den Preis zu schauen und ein billiges statt große Marke zu kaufen.

Ich arbeite mich jetzt langsam wieder an alte Streckenlängen heran. Mein nächstes Ziel ist eine 32 km lange Runde der Radwandern in Stormarn Touren. Die verlinkte Tour Nr. 18 führt nur ein paar hundert Meter hinter dem Haus hier vorbei. Sie bietet sich also ideal für einen Ausflug an. Mal sehen, wann es soweit ist und mein Rücken mich lässt.

Auf jeden Fall werde ich versuchen, hier jetzt öfters zu berichten.

Erste Ausfahrt

Hier ist nun das Rad auch als Bild:

Die erste Ausfahrt führte knapp 17 km über asphaltierte Straßen und nicht asphaltierte Feldwege. Dabei hatte ich immer ein sicheres und stabiles Fahrgefühl. Die höhere Sitzposition ist schon gar nicht mehr so ungewöhnlich, an die andere Bedienung der Schaltung muss ich mich noch gewöhnen. Die Kette ging noch zu oft in die falsche Richtung.

Insgesamt hat es aber die gewünschte Wirkung gebracht. Die Gesamtgeschwindigkeit ist im Schnitt höher als früher der Gesamtschnitt in Bewegung. Sprich, ich bin jetzt mit den Pausen und Anhalten an Ingress-Portalen schneller als früher nur in Bewegung. Damit habe ich das erreicht, was ich mit dem neuen Rad bezwecken wollte. Mehr Spaß und einen größeren Bewegungsradius bei gleichem Zeitaufwand.

22.02.2015 16,40 km 14,00 km/h 18,30 km/h

Warum ich ein Fahrrad im Internet kaufte

Normalerweise bin ich ein großer Freund davon, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Es ist immer gut, wenn Geld in der Region bleibt. Als ich nun also nach einem neuen Fahrrad suchte, das 13 Jahre alte aus dem Baumarkt musste ersetzt werden, traute ich mich zum Fahrradladen um die Ecke. Leider gab es dort nichts, was dem entsprach, was ich mir vorstellte. Nicht mal die Kategorie (Mountainbike, 29″) war vorhanden. Sehr schön hat das auch Frau Excellensa in einer anderen Kategorie beschrieben.

Der zweite Ausflug zum nächsten Fahrradladen eine Ecke weiter war dann schon erfolgreicher. Er hatte ein (EIN!) Fahrrad, welches meiner Größe entsprach. Erst gab es auch nichts zu meckern. Der Verkäufer analysierte meinen Bedarf, hörte zu und hatte eben das eine Fahrrad, ein Scott, mit einem Griff zur Hand. Sogar der Preis (ich hatte 600 bis 650 genannt, 599 stand dran) passte. Schnell bot er mir auch eine Probefahrt an und ich zog los.

Obwohl ich noch nicht ganz überzeugt war, driftete das Verkaufsgespräch schnell zu den Finanzierungs- und Versicherungsmöglichkeiten ab. Dann wollte er mir noch weitere Modelle zeigen, es standen einige von Bulls, ich hatte die Marke bei den ersten Fragen des Verkäufers erwähnt, doch irgendwie meinte er, dass würde alles nicht zu mir passen. Denke ich mit einem Tag Abstand darüber nach, drängt sich mir der Gedanke auf, das Scott musste weg.

Ich dankte dann erst mal herzlich und ging. Zu Hause suchte ich Informationen nach dem Rad, landete auf der Internetseite des Herstellers, googelte und versuchte den Preis mit den Online-Shops zu vergleichen. Ich fand das Rad bei fast keinem in der Ausstattung. Also ein altes Modell. Dafür fand ich bei fahrrad.de ein Rad der Marke Serious. Es hatte fast die gleiche Ausstattung. Zwar nur mit 24 statt 27 Gängen, dafür die bessere Schaltung und die besseren Bremsen. Der Rest war gleich. Doch wie stand es mit der Qualität? Es sollte nur, runtergesetzt, 379 Euro kosten.

Also bemühte ich wieder Google. Testberichte gab es wenige, aber sie waren positiv. Foren zum Thema Mountainbike, das weiss ich jetzt, kann man vergessen. Warum? Fragt jemand nach einem Tipp für ein gutes Rad für 350 Euro, erhält er die Antwort, er solle 600 ausgeben. Fragt ein anderer nach einem Rad für 700, wird ihm geraten, doch 1000 auszugeben. Zu viele Freaks tummeln sich in den Foren, die alles, was unter ihrer eigenen Ausstattung ist, als Schrott bezeichnen.

Nun gut, dank der gut klingenden Komponenten und ohne das Wissen, ob der Rahmen was taugen würde, bestellte ich das Serious. Ich fand noch einen Rabatt-Gutschein, und so landete ich am Ende mit Versand bei 340 Euro.

Zurück zum Anfangsthema: 260 Euro Differenz für vergleichbare Ausstattung und ohne einen bekannten Markennamen ist eine Menge Holz. Dafür bekomme ich beim Laden um die Ecke das Fahrrad eingestellt und kann hinfahren, wenn was dran ist. Ersteres kann ich selber. Das dauert vielleicht etwas länger, doch das geht schon. An den zweiten Punkt hat der Online-Händler gedacht: Im Gewährleistungsfall wird das Rad kostenlos abgeholt oder es werden die Reparaturkosten bei einem lokalen Händler übernommen.

Also habe ich den Versuch gewagt. Mit der Option einer kostenlosen Rücksendung im Rücken habe ich das Rad bestellt. Dann ging das Hibbeln los. Laut Sendungsverfolgung sollte das Rad am nächsten Tag per UPS kommen. Das tat es dann nachmittags auch.

Etwas über eine Stunde dauerte es, bis das Rad fertig montiert war. Die Bremse schleifte, aber auch das war nur eine Einstellungssache. So etwas habe ich eben schon lange nicht mehr gemacht. Eben etwa vor 13 Jahren das letzte Mal. Doch das “Basteln” machte sogar Spass. Ein Teil der verpflichtenden Ausstattung, nämlich die Reflektoren, waren sogar im Lieferumfang. Einer am Vorderrad hatte leider den Transport nicht überlebt und die Halterung fehlte. Doch auch das machte nichts. Eine Mail an den Händler und ich bekam zur Antwort: Kauf Dir einen vor Ort und schick uns den Beleg. Die fehlende Klingel kam vom alten Rad.

Was noch fehlte, war Licht. Bei Conrad fand ich helle, mit Akkus betriebene LED-Lampen für 32 Euro. So etwas sollte im Fahrradladen 40 kosten. Alles in allem hatte ich nun etwas mehr als eine Stunde mehr investiert und dabei 270 Euro gespart.

Das Fahrrad fuhr bei der ersten Ausfahrt noch etwas ungewöhnlich. So ging es mir aber auch bei der Probefahrt mit dem Scott. Die Schaltung (Hebel statt am Lenker drehen) ist anders. Mit den 29″ Rädern ist das Rad einiges höher, auch da muss ich mich dran gewöhnen. Doch es macht einen guten Eindruck. Gefühlt ist es fixer als das alte und es verhält sich wie das Scott aus dem Laden. Ich habe nichts zu meckern und kann keine wirkliche Einschränkung bemerken. Dass kein bekannter Markenname auf dem Rad steht, das stört mich nicht. Bedenken, dass der Rahmen nichts taugt, habe ich nicht. Ich habe hier keine Berge, die das Rad derart beanspruchen können.

Eine längere Ausfahrt steht noch aus. Ich werde dann hier weiter berichten.